Laktoseprobleme weitverbreitet bei Senioren

Laktoseunverträglichkeit nimmt ab einem Alter von 60 Jahren stetig zu. Manche Autoren behaupten sogar, dass eigentlich alle Siebzigjährigen unter einer gewissen Laktoseunverträglichkeit litten, und sie gut daran täten, weitgehend laktosefrei zu essen.

Es handelt sich um eine recht verbreitete Krankheit. Die Laktose ist ein Bestandteil von Milchprodukten. Damit der menschliche Körper sie verarbeiten kann benötigt er das Enzym Laktase. An diesem Enzym aber mangelt es den meisten Menschen in mehr oder weniger starkem Ausmaß.

Von der gesamten Erdbevölkerung sind 75% nicht in der Lage Laktose aufzuspalten, nachdem sie abgestillt worden sind. (Während der Stillzeit wird das erforderliche Enzym gebildet.) Dabei kann man ein klares geographisches Gefälle feststellen: Zum Süden hin wird die Unverträglichkeit größer. Zeigen in Skandinavien etwa nur 3-8% der Menschen die entsprechenden Symptome, sind es in Deutschland schon rund 20% und in den Mittelmeergebieten etwa 70%.

Beschwerden lassen nach einer Mahlzeit mit Laktosebestandteilen meist nicht lange auf sich warten, können sich aber auch erst Stunden später einstellen.

Häufig anzutreffen sind: Durchfall, Bauchgeräusche, Blähungen, Übelkeit nach dem Essen, breiiger Stuhl, Erbrechen, Aufstoßen, Bauchkrämpfe und –schmerzen, sowie Verstopfung. Dazu können reichlich unspezifische Symptome kommen: Unreine Haut, Erschöpfung, Müdigkeit, Unruhe, Schwindel, Glieder- und Kopfschmerzen.

Da alle diese Beschwerden auch von anderen Ursachen herrühren können, werden sie in den wenigsten Fällen auf die nicht so bekannte Laktoseintoleranz zurückgeführt. Bei einem Arzt kann man recht einfach einen Test dazu durchführen lassen.

Bei den älteren Menschen nimmt die Laktoseunverträglichkeit stark zu, wird aber noch nicht genügend ernst genommen. Meistens hält man die Probleme für normale Begleiterscheinungen und Beschwerden des Alterns. Durch die Nichtbeachtung der Laktoseintoleranz werden aber gerade bestimmte Altersbeschwerden noch zusätzlich verstärkt. Man wird appetitloser, wenn Mahlzeiten einen hinterher so sehr belasten. Die Durchfälle machen die Inkontinenz noch unangenehmer und so weiter. All das fördert nicht gerade die Teilnahme am sozialen Leben.

Die Probleme erfahren inzwischen ein wenig mehr Aufmerksamkeit bei den Senioren-Caterern („Essen auf Rädern“) von den Wohlfahrtsverbänden, die auch laktosefreie Kost anbieten. Und natürlich wittern langsam auch marktorientierte Firmen das Geschäft, das in der Herstellung und Anlieferung von laktosefreiem Essen, vielfach Tiefkühlkost besteht (z.B. „Bofrost“ und „Apetito“). Sogar lactosefreie Pizza und Eis sind erhältlich.

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